K.ö.St.V. Tauriskia Villach

Taurisken und der Nationalsozialismus

Walter
Der MKVer Walter Caldonazzi wurde wegen „Selbstständigmachung Österreichs zum Schaden des Dritten Reiches“ zum Tode verurteilt und am 9.1.1945 enthauptet.

Wir sehen uns immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, ein Verein von rechten „Recken“, Nostalgikern des Naziregimes und Deutschnationalen zu sein. Das weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück, da diese Vorwürfe weder auf uns, noch auf andere christliche Verbindung zutreffen. Christliche Verbindungen und somit auch der MKV zählten zu den entschiedensten Gegnern des Naziregimes und dem Anschluss an Deutschland.

Man sieht dies schon durch einen kurzen Blick in die Geschichte, denn, als in der Nacht vom 12. zum 13. März 1938 die deutsche Wehrmacht in Österreich einrückte, wurden zur selben Zeit auch die →Buden aller christlich–katholischen Verbindungen teils schon von regulären Truppen, teils von bis dahin illegalen österreichischen SA Verbänden gestürmt. Gott sei Dank hatten im Vorfeld weitsichtige MKVer einen Großteil der Mitgliedsunterlagen (oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens) vernichten können. Bei einigen Verbindungen (wie der Tauriskia) konnten auch die wertvollsten Besitztümer wie z.B. die Fahne gerettet werden.

Bernegger
Dr. Ludwig Bernegger – hier noch als Mittelschüler im Couleur der Rugia Ried.

Logischerweise mussten sich in der Folge alle katholischen Verbindungen so wie der MKV auflösen, allerdings bestanden viele, zumindest in der ersten Zeit, im Untergrund weiter und konnten manchmal auch neue Mitglieder aufnehmen. Zwar mussten sich auch die national–freiheitlichen Verbindungen (Burschenschaften) auflösen, aber man gestand ihnen zu, dies in feierlicher Form zu tun und sie gingen in der Regel (wenn sie das nicht schon waren) als Kameradschaften in der HJ oder im NSDStB auf.

Figl
Dipl.-Ing. Leopold Figl, er war MKV und ÖCV Urmitglied.

Für viele MKVer bedeutete der „Anschluss“ auch ihr eigenes Todesurteil. So starb der MKVer DDr. Johann Zeßner-Spitzenberg (auch ÖCVer und Mitglied des K.Ö.L.) als erster Österreicher im KZ (1.8.1938) und Dr. Ludwig Bernegger (auch ÖCVer) war überhaupt der erste Österreicher, der von den Nationalsozialisten nach dem Anschluss umgebracht wurde (in den Morgenstunden des 13.3.1938). Auch waren in den ersten Transporten aus Österreich in die KZs schon über hundert katholische Couleurstudenten, darunter z.B. auch Dipl. Ing. Leopold Figl oder Dr. Julius Raab. Während des gesamten Krieges waren katholische Korporierte im Widerstand, natürlich auch Taurisken, zwei von ihnen wurden in die KZs des Dritten Reiches verschleppt, unser Bundesbruder Davorin (umbenannt in Martin) Weingerl fand dort den Tod.

Man darf aber auch nicht verschweigen, dass es vereinzelt MKVer gab, die sich mit dem neuen System arrangierten, bzw. dieses aktiv unterstützten. Nach dem Krieg wurden sie dafür von ihren Verbindungen ausgeschlossen.

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Verein „Erinnern“